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mit Henning Krumrey
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15.12.2015

„VATER STAAT UND MUTTI MERKEL“

„VATER STAAT UND MUTTI MERKEL“ – Zwischenbilanz Große Koalition

Henning Krumrey, stellv. Chefredakteur der WirtschaftsWoche & Leiter des Hauptstadtbüros. Mit Unterzeichnung des Koalitionsvertrags legten primär die SPD-geführten Ministerien los, die Wahlkampfversprechen in Paragrafen zu gießen. Zur Halbzeit sind die Verstöße gegen soziale Marktwirtschaft und Generatio-nengerechtigkeit Dauerprogramm. Auf der Überholspur und mit deprimierender Konsequenz ist die Einschränkung von Freiheiten vorangeschritten und der führsorgende und bevormundende Staat auf dem Vormarsch! Gewerkschaften und Arbeitgeber ließen sich durch den Mindestlohn bei der Tarifautonomie entmündigen. Den Wohnungsmarkt regeln nun Verwaltungsbeamte. Die Korrekturen an der überstürzten Energiewende sind nicht erkennbar, fressen Subventionen und vernichtet Firmen- und Volksvermögen. Die nachfolgenden Generationen werden es der GroKo danken! Vorsätzlich verraten werden sie auch durch die Rentenpolitik und den mangelnden Reformeifer der schwarz-roten Koalition. Rente mit 63 ist ein „Wohlfühlprogramm“ für die entsprechenden Jahrgänge. Von der Mütterrente – eine lobenswerten Grundidee – ganz zu schweigen. Die Finanzierung läuft über Sozialabgaben und Beiträge. Die Folge: Ein Anstieg der Arbeitskosten mit entsprechend bekanntem Ausgang! Der einzige Erfolg, die „schwarze 0“ und ein Bundeshaus-halt ohne Neuverschuldung! Leider ist das kein Ergebnis erfolgreicher Regierungsarbeit und Sparsamkeit, sondern der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft, der Steuerzahler und der Zinspolitik der EZB geschuldet. Und was passiert, wenn die Zinsen steigen, die Wirtschaftskraft ins Wanken gerät und die Steuereinnahmen nicht mehr sprudeln? Entgegen allem hat die Kanzlerin immer eins: Glück! In jüngster Geschichte kann und konnte sie sich als Krisenmanagerin in Szene setzen. Ob Flüchtlingsströme, Finanz-kollaps, Staatsschuldenkrise, Fukushima, die griechische Dauerpleite und/oder der europäische Offenbarungseid in Sachen Humanität, die Christdemokratin schultert und regelt zum Wohlwollen und zum Besten aller – scheinbar mühelos – die Zukunft des ganzen Kontinents.

 

„Deutschland ist ein starkes Land. Wir haben so viel geschafft – wir schaffen das“, ist gesellschaftlich gut und taktisch geschickt. Ergebnis: Keiner fragt mehr danach, ob sie und ihre Regierung das Richtige tun, um Deutschland fit für zukünftige Aufgaben und Herausforderungen zu machen. Und der Bürger: Der fühlt sich ohne Wenn und Aber bei Vater Staat und Mutti Merkel in guten Händen. Die Mischung aus Bequemlichkeit und neuer Untertanenmentalität wird von der Regierung täglich gefördert. „Gut-Mensch und gut Leben in Deutschland“, heißt die Veranstaltungsreihe. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass man bei schwarz-gelb froh gewesen wäre, wenn sie ihren Koalitionsvertrag ebenso eifrig ungesetzt hätte. Henning Krumrey, Jahrgang 1962, ist stellvertretender Chefredakteur der WirtschaftsWoche und Leiter des Hauptstadtbüros in Berlin. Er studierte Volkswirtschaft und Politik in Berlin und Köln und absolvierte parallel dazu die Kölner Journalistenschule. Nach vier glücklichen Jahren bei der WirtschaftsWoche trat er 1992 in die Gründungsmannschaft des Magazins FOCUS ein. Fünf Jahren als Bonner Korrespondent folgten elf Jahre an der Spitze der Parlamentsredaktion. Im Frühjahr 2009 kehrte der Diplom-Volkswirt zur WiWo zurück. Hauptthemen sind nach wie vor Wirtschaftspolitik, die Regierungsparteien, die Kanzlerin und seine Kolumne „Berlin intern“. Krumrey ist ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender der Kölner Journalistenschule. In seinen Büchern „Aufschwung Ost – Märchen oder Modell?“ und „Kinder – ein Luxus“ (mit Co-Autorin Nicola Brüning) befasste er sich früher als andere mit den wirtschaftlichen Aspekten der deutschen Einheit und der Familienpolitik. Bei öffentlichen Diskussionen in Rundfunk, Fernsehen und auf Podien streitet Krumrey gern für Redlichkeit, Marktwirtschaft und fairen Journalismus.

 

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