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22.10.2020

TRAILER: MULTITALENT WASSERSTOFF

MULTITALENT WASSERSTOFF:
Green Deal oder explosive Zukunftsmusik?

Referenten:

 

Jens Apelt

Jorgo Chatzimarkakis

Oliver Luksic MdB

Nicola Saccà

 

Moderation:

Lothar Warscheid


Das leichteste aller Gase soll nun das Klima retten. Die Idee ist mehr als hundert Jahre alt. Doch erst jetzt sind die Voraussetzungen dafür da, dass sie auch Realität werden könnte.

 

Im Jahr 1874 veröffentlichte Jules Verne seinen Roman „Die geheimnisvolle Insel“, in dem er Ingenieur Cyrus Smith diese Sätze in den Mund legt. Smith hatte sogar eine Antwort auf die Frage, wie man das Wasser in seine Elementarbestandteile zerlegen sollte, nämlich per Elektrolyse, die Wasser mittels Strom in Sauerstoff und Wasserstoff spaltet. Diese Vision war Smiths Antwort auf die Frage, wie die Menschheit zurechtkommen sollte, wenn die Kohle aufgebraucht sei. Wahr geworden ist sie bis heute nicht.

 

Deutschland soll nach dem Willen der großen Koalition bei der Nutzung neuartiger klimafreundlicher Wasserstoff-Energie weltweit zum Vorbild werden. Dazu verabschiedete das Bundeskabinett im Juni 2020 eine Strategie, die Milliarden-Zuschüsse, rechtliche Erleichterungen und konkrete Produktionsziele vorsieht. Neben den laufenden Förderprogrammen soll mit sieben Milliarden Euro erreicht werden, dass sich Wasserstoff am Markt durchsetzt. Weitere zwei Milliarden sind für internationale Partnerschaften eingeplant. Im Zentrum steht dabei der sogenannte grüne Wasserstoff, der ausschließlich mit erneuerbarer Energie gewonnen wird.

 

Wasserstoff ist eine der wichtigsten und spannendsten Möglichkeiten, um den Ausstieg aus der fossilen Energie schnell und wirtschaftlich zu gestalten. Sein großer Vorteil ist, dass er auch mit regenerativer Energietechnik gewonnen werden kann und bei seiner Verbrennung – neben geringen Mengen an Stickoxiden – wieder Wasser entsteht. Daher trägt er nicht zum Treibhauseffekt bei.

 

Gleichzeitig ist Wasserstoff ein echtes Multitalent: Es kann nicht nur als Treibstoff im Verkehrssektor verwendet werden, sondern auch als Zwischenspeicher für erneuerbar erzeugten Strom, als Ersatz für Erdgas und gerade für das Saarland von Bedeutung in der Industrie, sprich Wasserstoff als Reduktionsmittel in der Stahlherstellung.

 

Jedoch wird kaum ein Trend der Mobilität, des Energiesektors so kontrovers diskutiert. Es sei explosiv, zu teuer in der Herstellung und würde, bei konventioneller Herstellung, keinen Beitrag zum Klimawandel leisten. Wäre hier der „Green Deal“ die Lösung, um die diversen Anforderungen aus Wirtschaft und Industrie mit den Zielen eines ökologischen Umbaus unserer Gesellschaft unter einen Hut zu bekommen? Wird Grüner Wasserstoff aus Wind- und Sonnenenergie dabei die neue Schlüsselindustrie sein können, damit ein erneutes Wirtschaftswunder gelingt?



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