Asal Dardan & Susan Zare über Nachrichten aus einem belagerten Land

Präsenz- & Online-Veranstaltung
Mittwoch, 24.06.2026 um 19:00 Uhr


Veranstaltungsort: Villa Lessing, Liberale Stiftung Saar
und live auf:


Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung unter: veranstaltungen@villa-lessing.de

»›Hast du Angst, dass es Krieg geben wird?‹, fragte ich. ›Nein‹, antwortete er, ›ich habe Angst, dass das Leben genauso weitergehen wird wie vorher.‹«

Der Himmel über Teheran ist schwarz. Der US-israelische Krieg hat begonnen, es regnet Öl, unter den Trümmern liegen Leichen. Der Oberste Führer Chamenei ist tot. Die Menschen singen und tanzen an den Gräbern ihrer Toten – ein Zeichen des Widerstands. Was bedeutet es, in einem Zustand der Belagerung zu leben? Wo Unterdrückung und die totale Angst zum Alltag gehören? Wie kann trotz Blackouts und Internetsperre eine Botschaft nach außen dringen? Raha Nik-Andish, ein ganz gewöhnlicher Einwohner Teherans, dokumentiert das Leben im Iran in den Monaten und Tagen vor dem Kriegsausbruch und währenddessen. Dieses seltene Porträt aus dem Innern der Hauptstadt der Islamischen Republik zeigt ein Regime und eine Gesellschaft am Kipppunkt: die brutal niedergeschlagenen Massenproteste, die leeren Taxis, die durch die Stadt kreisen, die verbarrikadierten Fenster, die Menschen, die sich auf noch mehr Entbehrungen vorbereiten. Ein einzigartiges Dokument – so unmittelbar und ergreifend wie ein letztes Aufbäumen gegen die Dunkelheit.

Raha Nik-Andish ist das Pseudonym eines in Teheran lebenden Autors, Übersetzers und Kunsthistorikers. Er hat Beiträge für die »London Review of Books« und »The Markaz Review« verfasst. »Teheran Tagebücher« ist sein erstes Buch.

»Beeindruckend ist, wie Nik-Andish … die unvorstellbar unmenschlichen Umstände kondensiert, unter denen die Menschen in Teheran und Iran leben.«
Maryam Aras

»Um die Deutungshoheit über den Iran ringen aus der Ferne viele unterschiedliche Gruppierungen, oft ideologisch geprägt und verkürzend. Es ist Zeit, jenen zuzuhören, die vor Ort die Schrecken bezeugen, die Klüfte beschreiben und ihr Wort der Wahrhaftigkeit widmen. Raha Nik-Andish ist einer von ihnen.« 
Hengameh Yaghoobifarah

»Wo Mörder regieren und Explosionen den Boden ebnen, schenkt uns Raha Nik-Andish das, was verloren zu gehen drohte: die Macht der Worte, die Stärke der Literatur. Man kann nur dankbar staunen ob dieser genauen Beobachtungsgabe und diesen Mutes.« 
Shida Bazyar

»Wer einen Eindruck aus dem Inneren Irans gewinnen möchte, muss unbedingt die Teheran Tagebücher lesen. Sie zeugen davon, welch unterschiedliche Strapazen die Menschen aushalten müssen, was in der Islamischen Republik alles möglich ist – auch im Guten, aber vor allem im Schlechten –, und wie einzig Zusammenhalt und Humor das Überleben sichern. Reflektiert und poetisch, dicht und direkt.«
Nava Ebrahimi

»Gerade in der jetzigen Situation, in der praktisch alle Nachrichten, die uns aus dem Iran erreichen, Propaganda sind, ist es so wichtig, eine echte, unverfälschte Stimme aus dem Land zu hören. Bewundernswert, mit welcher Resilienz und mit wie viel Humor die Menschen ihren schweren Alltag meistern.«
Jasmin Tabatabai

»In Zeiten der längsten Internetabschaltung in der Weltgeschichte ist jede Nachricht aus dem Iran kostbar. Umso wichtiger ist dieses Werk, das wertvolle Einblicke in den Alltag des Landes bietet.«
Daniela Sepehri

Asal Dardan

Asal Dardan, geboren 1978 in Teheran, ist freie Autorin und Übersetzerin. Sie studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim und Nahoststudien in Lund und lebt heute in Berlin. Für ihren Text Neue Jahre wurde sie mit dem Caroline-Schlegel-Preis für Essayistik ausgezeichnet. Ihr Essayband Betrachtungen einer Barbarin (2021) war für den Deutschen Sachbuchpreis und den Clemens-Brentano-Preis nominiert. Zuletzt erschien von ihr Traumland: Eine Spurensuche in deutscher Vergangenheit und Gegenwart (2025). 

Foto: Sarah Berger

Susan Zare

Susan Zare ist Moderatorin, Moderationstrainerin, Hörfunkjournalistin, Traurednerin & Sprecherin. Seit fast 20 Jahren steht sie vor der Kamera, auf Bühnen und am Mikrofon, auch als Hörbuchsprecherin. Die Deutsch-Iranerin wuchs im Saarland auf, studierte in Köln Musikwissenschaft, Islamwissenschaften mit Fokus auf Iranistik und absolvierte ein Hörfunkvolontariat. Nach Jahren beim Deutschlandfunk ist sie wieder im Saarland und arbeitet für den Saarländischen Rundfunk. Sie arbeitet bundesweit und für verschiedene ARD Sender und setzt sich insbesondere für die Rechte der Menschen im Iran ein. Ihre Leidenschaft gilt der Musik. 

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    Villa Lessing
    Liberale Stiftung Saar

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    Daniela Frieg
    Assistentin der Geschäftsleitung

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    Asal Dardan
    Susan Zare

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